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GELDPOLITIK

Eine geldpolitische Strategie ist eine kohärente und strukturierte Beschreibung, wie geldpolitische Entscheidungen getroffen werden, um das Ziel der Zentralbank zu erreichen.
Die geldpolitische Strategie muss zwei wichtige Aufgaben erfüllen. Zum einen stellt sie sicher, dass der EZB-Rat über die Informationen und Analysen verfügt, die für die Entscheidungsfindung erforderlich sind (interne Dimension), indem sie dem politischen Entscheidungsfindungsprozess selbst eine klare Struktur vorgibt. Zum anderen dient sie als Instrument, um der Öffentlichkeit geldpolitische Beschlüsse zu erläutern (externe Dimension). Durch ihren Beitrag zur Wirksamkeit der Geldpolitik und durch das Signalisieren der Verpflichtung der Zentralbank zur Gewährleistung von Preisstabilität untermauert die Strategie die Glaubwürdigkeit der EZB an den Finanzmärkten.
Die Hauptaufgabe der EZB als Mittelpunkt des Eurosystems ist die Durchführung der Geldpolitik im Eurogebiet mit dem Ziel der Gewährleistung von Preisstabilität. Durch die Festlegung der kurzfristigen Zinssätze beeinflusst die Geldpolitik die Wirtschaft und letztlich das Preisniveau.
Um die Geldpolitik bestmöglich durchzuführen, verfolgt die EZB einen spezifischen Ansatz für die Bestimmung der Art und des Ausmaßes der Risiken für die Preisstabilität im Euroraum. Dafür muss die EZB die wirtschaftlichen und monetären Entwicklungen gründlich analysieren. Um sicherzustellen, dass keine relevanten Informationen übersehen werden, hat sie das sogenannte „Zwei-Säulen-Konzept“ entwickelt.
Der Ansatz der EZB zur Aufbereitung, Bewertung und Gegenprüfung der Informationen, die für die Einschätzung der Risiken für die Preisstabilität von Bedeutung sind, beruht auf zwei sich ergänzenden analytischen Perspektiven, den sogenannten zwei „Säulen“:
Die wirtschaftliche Analyse ist auf die Beurteilung der kurz- bis mittelfristigen Bestimmungsfaktoren der Preisentwicklung – mit Schwerpunkt auf realer Wirtschaftstätigkeit und Finanzierungsbedingungen in der Wirtschaft – ausgerichtet. Sie trägt der Tatsache Rechnung, dass die Preisentwicklung über diese Zeithorizonte hinweg weitgehend vom Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage an den Güter-, Dienstleistungs- und Faktormärkten beeinflusst wird.
Die monetäre Analyse ist auf einen längeren Horizont ausgerichtet und stützt sich dabei auf den langfristigen Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisen. Die monetäre Analyse dient in erster Linie dazu, die sich aus der wirtschaftlichen Analyse ergebenden kurz- bis mittelfristigen Hinweise für die Geldpolitik aus mittel- bis langfristiger Sicht gegenzuprüfen.
Der Zwei-Säulen-Ansatz soll sicherstellen, dass bei der Bewertung der Risiken für die Preisstabilität keine relevanten Informationen verloren gehen und die unterschiedlichen Sichtweisen sowie die Gegenprüfung von Informationen angemessen berücksichtigt werden, um zu einer Gesamtbeurteilung der Risiken für die Preisstabilität zu gelangen. Er repräsentiert und vermittelt der Öffentlichkeit das Konzept einer diversifizierten Analyse und gewährleistet eine solide Entscheidungsfindung auf der Basis verschiedener analytischer Perspektiven.
Einzelheiten über die Geldpolitik der EZB sind unter www.ecb.europa.eu/mopo zu finden.
Die Publikation „Die Geldpolitik der EZB“ (rund 140 Seiten) kann über info@ecb.europa.eu bestellt werden.
MP.004 01/12
Europäische Zentralbank